Anforderungen


 

Wir bieten ein ganzes Spektrum von Produkten und Realisierungsstrategien für die Aufrüstung und Modernisierung Ihrer Anlage an. Beginnend bei der „bloßen“ Erneuerung der Steuerungssoftware und der zugehörigen Rechnertechnik über die zusätzliche Erneuerung der darunterliegenden E/A-Modulhardware bis hin zur vollständigen Lösung, die auch die Erneuerung der Schaltanlage einschließt, bieten wir Ihnen abhängig vom Erneuerungsbedarf die maßgeschneiderte Lösung für das Upgrade Ihrer Anlagensteuerung auf zeitgemäße Technik. Feldbussysteme zur Signalausgabe und Signaleingabe für Neuanlagen sind unser Standard. Aber wir sind auch in der Lage, uns mit unserem Steuerungssystem an jegliche Altsysteme gleich welcher Bauart anzukoppeln.

Wir scheuen keine technische Herausforderung auf dem Gebiet der Steuerungstechnik. Fragen Sie uns an. Wir schicken Ihnen gerne weiteres Info-Material zu und beraten Sie ausführlich, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen und wie ihr gewünschtes Steuerungssystem realisiert werden kann.

Die Anforderungen an ein zeitgemäßes Steuerungssystem sind vielfältig. Aus einigen leicht einsehbaren Hauptforderungen ergeben sich etliche abgeleitete Detailforderungen. Jeder einzelnen dieser Forderungen tragen wir mit dem Funktionsumfang unserer Steuerung explizit Rechnung.

 

Optimaler Durchsatz
  • Optimierte Mischverfahren = Kurze Durchlauf- / Taktzeiten
  • Optimierte Einfahrreihenfolge = Eliminierung von Leertakten
  • Optimierte Beschickung = Zeitgesteuerte Be- / Entladungsvorgabe
  • Optimierung der Verfügbarkeit = Minimierung von Anlagenstillstand durch detaillierte Fehlerhinweise für jedes einzelne Aggregat; inkl. zugeordnetem Schaltplanauszug, PI-Diagramm, Aggregatdaten, Aggregatbild und Einbauort
  • Optimierung der Wartung = Durch Überwachungszuordnung für jedes einzelne Aggregat und Teil innerhalb der Anlage

 

Hohe Produktqualität

Zuverlässiges Erreichen des Qualitätszieles durch stabile Verfahrensbedingungen:

  • Verfahren = Ausgereifte Verfahren für optimales Qualitätsergebnis
  • Reproduzierbarkeit = Gleichbleibende Qualität
  • Prozessparameter = Exakte Einhaltung der Prozessparameter gemäß Verfahrensvorgabe
  • Instandhaltung = Erhaltung optimaler Nutzungseigenschaften für Materialien, Maschinen

 

Hohe Effizienz
  • Verbrauchs- und Energieeffizienz = Niedriger Verbrauchsgütereinsatz
  • Verfahrenseffizienz = Zeit- und verbrauchsoptimierte Verfahren
  • Personaleffizienz = Effektiver Personaleinsatz
  • Wartungseffizienz = Bündelung von Wartungsmaßnahmen, Vermeidung von vorzeitigem Austausch/Reparatur, Verlängerung der Lebenszeit von Aggregaten durch vorbeugende Wartung

 

Hohe Flexibilität

Flexibilität bedeutet die schnelle, einfache und weitreichende Anpassung der Steuerung ohne Programmieraufwand an aktuelle Gegebenheiten und Forderungen. Dies betrifft unterschiedliche Bereiche der Steuerung:

  • Verfahrensdefinition und –modifikation = Schnelles Einpflegen von neuen Verfahren und Verfahrensmodifikationen
  • Aggregatsteuerung = Flexible Steuerung von Aggregaten ohne Programmieraufwand zyklische, zeit- oder ereignisgesteuerte Ein- und Ausschaltung
  • Aggregatparametrierung = Unkompliziertes Hinzufügen von neuen Aggregaten.
  • Einfaches Abändern der E/A-Zuordnung.
  • Einfache Erweiterung oder Ändern der Funktionsweise durch Umparametrierung der im System enthaltenen offenen Funktionsbausteine.

 

Hohe Verfügbarkeit

Hohe Verfügbarkeit erreichen wir zum einen durch optimale Ausnutzung der Produktionszeit, d.h., Verfahrens- und Einfahroptimierung, zum anderen durch Minimierung der Produktionsunterbrechungen durch geplante und ungeplante Maßnahmen. Geplante Produktionsunterbrechungen umfassen Wartungen, Updates und Umbauten. Ungeplante Produktionsunterbrechungen treten infolge von Beschädigungen, Ausfällen, technischem Versagen und Fehlfunktionen auf.

Unsere Fahrablaufsteuerung vermeidet bei taktgebundenen Anlagen jegliche ungewollten Leertakte während der Produktion. Produktionsunterbrechungen werden durch unser System der Teilabschaltungen minimiert. Hierbei werden kurzzeitig nur die Teile der Anlage aus dem Automatikbetrieb ausgekoppelt, an denen Eingriffe vorgenommen werden sollen; die restliche Produktion läuft unverändert weiter. Dies gilt für Wartungsmaßnahmen und kurzzeitige Eingriffe zur Fehlerbehebung, zur Begutachtung des Produktes oder der Produktionseinrichtung.

Wartungsmaßnahmen können beanspruchungs- und abnutzungsgesteuert geplant werden. Unsere integrierte Laufzeitüberwachung liefert die nötigen Daten dazu und unser Wartungsplanungsmodul generiert entsprechende Benachrichtigungen für den Benutzer und zwar nur dann, wenn die tatsächliche Beanspruchung und Abnutzung der betreffenden Anlagenteile eine Wartung erforderlich machen. So wird die Produktion nur so oft und so lange unterbrochen, wie absolut nötig.

Produktionsunterbrechungen bestehen neben der eigentlichen Stillstandzeit aus den Zeiten, die das Stillsetzen und das Wiederanfahren der Anlage auf vollen Produktionsbetrieb erfordert. Da wir zum Wiederanfahren der Anlage auf keine spezielle Badbelegung oder Positionen und Zustände der Transporteinrichtungen angewiesen sind, kann die Anlage praktisch aus jedem beliebigen Zustand wieder in den Produktionsbetrieb geschaltet werden. Korrektur- und Ausgleichsfahrten werden automatisch ermittelt und durchgeführt. Das spart Zeit beim Stoppen sowie beim Wiederanlauf der Produktion, da nicht auf das Erreichen von z.B. Grundstellungen gewartet werden muss.

Unsere eingebauten Hilfsmittel zur beschleunigten Fehlerfindung minimieren Produktionsunterbrechungen im Störungsfall. Zwei- und dreidimensionale Aggregatbilder zeigen ein realistisches Bild des Bewegungszustandes der jeweiligen Aggregate, so wie er sich der Steuerung aufgrund der eingelesenen Sensorsignale darstellt. Sensoren und Signalgeber werden am Einbauort zusammen mit ihrem derzeitigen Signalzustand angezeigt. So können Signalketten überprüft, Signalzustände verifiziert und Fehlerursachen schneller ermittelt werden.

 

Hoher Bedienkomfort

Hoher Bedienkomfort entsteht, wenn…

  • Bedienfolgen klar, logisch aufgebaut und geradlinig im Steuerungssystem abgebildet sind.
  • häufig auftretende Bedienaufgaben mit wenigen Eingaben und Mausklicks erledigt werden können.
  • immer wiederkehrende Bedienfolgen zusammengefasst und auf Knopfdruck abgerufen werden können.
  • die Benutzeroberfläche der Steuerung ergonomisch und nach allgemein anerkannten Standards aufgebaut ist.

In unserer Steuerungsoberfläche werden die zu steuernden Elemente über deren möglichst realitäts- und detailgetreue grafische Darstellung angesprochen. Durch einfaches Zeigen statt umständlichen Benennen und Erklären findet der Bediener schneller und eindeutiger, was er steuern möchte. Alle Daten, die man zum Steuern und Beobachten noch benötigt, werden in alphanumerischer Anzeige mit eingeblendet. Alle zu steuernden Aggregate und Sensoren sind mit individuellen Kontrollfenstern verknüpft, über die Betriebsarten, Schaltzustände und Konfigurationswerte eingestellt und Betriebszustände und Ereignisse abgefragt werden können. Für alles in der Steuerung gibt es außerdem tabellarische Übersichten für den schnellen Gesamtüberblick und die schnelle Massenänderung von Konfigurationsdaten sowie das komfortable gleichzeitige Schalten von mehreren Aggregaten.

 

Uneingeschränkte Verfolgbarkeit

Verfolgbarkeit ist erste Voraussetzung für Prozessanalyse und Qualitätssicherung. Hier bieten wir eine stetige Verfolgung von Momentanwerten für Prozessgrößen durch eingeblendete, ständig aktualisierte Messwertanzeigen, Langzeitaufzeichnung von Prozessgrößenverläufen über Trendkurven (Datalogging) und Histogramme, ein umfangreiches Ereignismeldungs- und -aufzeichnungssystem, Protokollierung der Anlagenleistung bzw. des Anlagendurchsatzes in unterschiedlicher Stückelung, z.B. nach produzierten Chargen, Teilchargen, Warenträgern, Artikelstückzahl, Gewicht, Fläche.
Abnutzung, Wartungsbedarf, Beanspruchung von Betriebsmitteln können über unser Laufzeitprotokoll und das Verbrauchsprotokoll verfolgt werden, in denen Schaltzyklen gezählt, Betriebszeiten aufsummiert und der Verbrauch an chemischen Medien, Anoden und Hilfsstoffen aufgezeichnet wird.

Diese nicht unbeträchtliche Datenmenge wird dem Benutzer über ein Protokollausgabesystem zugänglich gemacht. Such-, Sortier- und Filterfunktionen schaffen hier die jeweils gewünschte selektive Datensicht. So werden auch große Datenmengen überschaubar und handhabbar. Für die Weiterverarbeitung können die Protokollausgaben in gängige Formate exportiert werden, entweder auf Bedarf angestoßen oder automatisch periodisch wiederholt für den Datenaustausch mit kundenseitigen EDV-Systemen.

 

Hohe Sicherheit

Die Herstellung und Bewahrung von Sicherheit gehören gewiss zu den umfassendsten und wichtigsten Themen der Automatisierungs- und Steuerungstechnik. Anlagenhersteller und Anlagenbetreiber müssen eine Vielzahl von Maßnahmen und Vorkehrungen treffen, um Sicherheit zu gewährleisten. Sicherheit bedeutet hier im Wesentlichen die Vermeidung, Abwendung und Minimierung von potentiellen Gefährdungen und Schädigungen von Personen und Gütern. Detektion des Eindringens in Gefahrenbereiche und Not-Aus-Konzepte sind die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Leben und Gesundheit von Menschen in und im Umkreis von Produktionsanlagen. Im Schaltschrankbau wie auch in der Konzeption und Ausführung des gesamten elektrischen Systems der Anlagen leisten wir in Zusammenarbeit mit dem Anlagenbauer unseren Beitrag zur Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften und darüber hinaus.

Wir fassen den Begriff Sicherheit als Aufgabe für die Steuerung jedoch noch etwas weiter. Denken Sie beispielsweise an die Bediensicherheit als Schutz vor Fehlbedienung. Benutzereingaben werden vor der Annahme im System grundsätzlich plausibilisiert, um unsinnige Eingaben zu vermeiden. Detaillierte grafische Darstellungen von Aggregaten und Sensoren sowie Schemazeichnungen, Warenträger- und Artikelfotos helfen, Verwechslungen zu vermeiden.

Zugriffssicherheit bedeutet Schutz vor unautorisierten Zugriffen. Eine mit Passwort geschützte, abgestufte Zugriffsbeschränkung legt genau fest, wer auf welche Teile des Programms zugreifen darf. Ein automatisches zeitgesteuertes Log-out schließt vergessene Zugänge und beugt Missbrauch vor. Ausfallsicherheit ist die Verpflichtung, Anlagenstillstände und Produktionsausfälle zu verhindern. Datensicherheit bedeutet Schutz vor Datenverlusten, denen wir mit automatischen Backups und Datenspiegelung begegnen. Reaktionssicherheit schließlich bedeutet Schutz vor Unterlassung wichtiger Handlungen. Unsere Steuerung kommuniziert mit dem Benutzer über ein Informationssystem mit Textmeldungen auf Bildschirm oder Drucker, SMS-Nachricht, Hup- oder Leuchtmeldung oder bildlich symbolisch und anschaulich. Meldungen an den Benutzer werden natürlich protokolliert und falls eine Quittierungspflicht besteht, wird auch die Quittierung mit Datum, Ereignis und Namen des Quittierenden aufgezeichnet. Dies ist ein weiterer Sicherheitsaspekt: die Sicherheit, dass alle vom System erfassten Ereignisse und Reaktionen des Bedienpersonals zu einem späteren Zeitpunkt zur Rekonstruktion eines Hergangs nachvollzogen werden können.


Softwarebausteine

Viele der von uns gesteuerten Anlagen sind Prototypen mit jeweils anderer Topologie und unterschiedlicher Ausstattung an Verbrauchern bzw. Sensorik. Dennoch sind zur Adaptation der Steuerung kaum Eingriffe im Quellcode erforderlich. Der Grund ist, dass unser System durchdacht modular gestaltet ist. Änderungen und Anpassungen werden nur in Ausnahmefällen programmiert, sonst nur parametriert. Das spart Zeit und schafft Sicherheit. Beides kommt dem Kunden zugute.

 

 

MSR-Modul

Das MSR-Modul ist verantwortlich für sämtliche grundlegenden Mess-, Steuer- und Regelungsaufgaben. Diese sind als Modul zusammengefasst und an eine eigene Anwendung, das Peripherierechnersteuerungsprogramm delegiert. Das Peripherierechnersteuerungsprogramm läuft zudem noch auf einem eigenen Rechner. Einmal vom Steuerungsrechner mit Daten und Aufträgen versehen, werden von diesem Modul Prozessgrößen geregelt, Messwerte erfasst, verarbeitet und angezeigt, Transportvorgänge durchgeführt und Antriebe gesteuert, eigenständig und ohne weitere Beteiligung des Leitrechnersystems. So werden alle Prozessparameter während Updates, bei Wartungsmaßnahmen oder Abschalten des Leitrechnersystems sicher aufrechterhalten, da die beteiligten Regelkreise nicht unterbrochen werden. Leitrechnerkapazität wird für Fertigungs- und Prozesssteuerung sowie für die Bedienung der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine freigehalten.

 

Visualisierungsmodul

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Dieses Modul beinhaltet ein anschauliches und intuitiv bedienbares Benutzerinterface. In der derzeitigen Standardausführung als 2D-System wird dem Bediener eine realitätsnahe Darstellung aller Anlagenkomponenten geboten.

Jederzeit können so auf einen Blick der Anlagenzustand, d.h. die Verteilung und der Typ des in der Anlage befindlichen Materials, sämtliche Transportbewegungen und der Schaltzustand aller Aggregate eingesehen werden. E/A-Zustandsübersichten und Signalzustandstabellen für alle Einzelkomponenten sind als Standard integriert. Ergänzend steht eine 3D-Visualisierungsoberfläche zur Verfügung, in der insbesondere periphere Handhabungs- und Transporteinrichtungen realitätsgetreu inklusive mechanischer Kopplungen und Bewegungsfreiheitsgrade angezeigt werden.

In dieser Darstellungsform stehen alle bereits von der 2D-Visualisierung bekannten Steuerungswerkzeuge zur Verfügung, ergänzt durch anschauliche Wartungshinweise. Die Herkunft von Steuerungssignalen und die Art der Erzeugung können so ebenfalls anschaulich gezeigt werden. Auf diese Weise wird das Auffinden von Fehlerursachen erleichtert und beschleunigt. Der Blick ins Handbuch und das Studieren von Bauzeichnungen erübrigen sich weitestgehend, da die Steuerung ein vollständig realistisches Modell enthält anhand dessen die nötigen Schlüsse gezogen werden können.

Schon seit Jahren bieten wir dem Benutzer in der Visualisierung einen realitätsnahen Eindruck von der Räumlichkeit der gesteuerten Objekte und Anlagenteile.Dies erfolgt durch die perspektivische Darstellung mit einigen weiteren darstellungstechnischen Tricks.

Das Ergebnis nennen wir 3D-Darstellung, um uns deutlich von den in vielen Visualisierungsoberflächen noch üblichen vollkommen flachen Darstellungen abzuheben.

Die Weiterentwicklung unserer Visualisierungsoberfläche bietet ebenfalls die Darstellung der Räumlichkeit der beteiligten Objekte, aber mit frei wählbaren Betrachtungspositionen und Blickrichtungen. Des Weiteren sind die meisten Objekte mit ihren Kopplungen an andere Objekte geometrisch exakt nach Bauzeichnung modelliert – Grund genug, diese Weiterentwicklung unseres Visualisierungssystems zum 3D-System zu erheben.

 

Prozesssteuerungsmodul

Das Prozessablaufsteuerungsmodul realisiert mit unterschiedlichen Ansätzen die Umsetzung der vorgegebenen Sequenz von Prozessschritten (Perlenschnur) in die passende Folge von Transportbefehlen an die Transporteinrichtungen. FLS steht dabei für ein System zur automatischen Umsetzung eines Zeit-Weg-Diagramms in eine Folge von Transportanweisungen. TLS steht für ein System zur automatischen Umsetzung einer vorgegebenen Prozesssequenz in eine Folge von Transportanweisungen.

AMT ist einer der wenigen Hersteller, die das Fahrablaufsteuerungssystem (FLS) so perfektioniert und ausgebaut haben, dass ein generiertes ZWD ( Zeit-Weg-Diagramm ) direkt in das Rechnersystem zur Abarbeitung geladen werden kann. Dies erfolgt für den Kunden bei Verfahrensänderungen ohne weiteren Inbetriebnahmeaufwand direkt per Fernwartung.
Eine lückenlose Aufzeichnung aller Verfahrensschritte der Transporteinrichtungen ermöglicht jederzeit eine Analyse im Fehlerfall, bei Durchsatzverlust oder bei Taktzeitüberschreitungen. Somit ist auch hier eine stetige Rückverfolgbarkeit gegeben.

Beide Systeme treffen die Auswahl der durchzuführenden Transportvorgänge unter Berücksichtigung des Produktmixes, also der Mischung unterschiedlicher Verfahren im gleichen Produktionsintervall, der Berücksichtigung des menschlichen Faktors, z.B. Schwankungen in der Gleichförmigkeit der Beladefreigaben und aller relevanten technischen Daten der Anlage. Mit TLS kann der Bediener in kürzester Zeit eigene Programme und Programmvarianten implementieren. Als Ausgangspunkt für die Erstellung von Programmvarianten kann ein auf Basis eines funktionierenden Zeit-Weg-Diagramms erstellter Prozessvorrat dienen. So ist ein funktionsfähiger Ausgangspunkt mit gutem Durchsatz gegeben, von dem aus verfahrenstechnische Anpassungen schrittweise erfolgen können.

 

Fertigungsplanungsmodul

Dieses Modul beinhaltet die gesamte Auftragsverwaltung, Artikelbibliothek, Gestellverwaltung mit Lebenslauf, Gestellwartungszyklenüberwachung und -benachrichtigung, Gestellgrafiken mit Anzeige fehlerhafter und gesperrter Aufsteckpositionen sowie die Trommelverwaltung analog zur Gestellverwaltung. Fertigungsplanung bedeutet die Organisation des Materialflusses durch die Anlage, die Zusammenstellung von für den Durchsatz und die Qualität optimalen Warenträger-, Trommel- oder Teilchargensequenzen und die Verwaltung von Soll- und Ist-Fertigungsmengen. Bei Schüttgut wird eine optimale Chargenaufteilung unter Berücksichtigung von Fertigungszeit, Strombedarf und artikelspezifischer Vorgabe für das Trommelgewicht ermittelt. Die integrierte Restmengenoptimierung verhindert das Auftreten von technisch nicht mehr produzierbaren Restmengen.

 

Durchsatzoptimierungsmodul

Die optimale Bestimmung der Einfahrreihenfolge ist von besonderer Wichtigkeit für den Durchsatz. Innerhalb des von der Taktzeit vorgegebenen Zeitintervalls wird der jeweils nächste Warenträger aus dem vorhandenen Waren- bzw. Auftragsvorrat ermittelt. Dies funktioniert auch ohne Speicher. Wurden die zu produzierenden Sollmengen zuvor in eine sogenannte Warenvorratsliste eingegeben, bestimmt das System, welche Warenträger nacheinander mit welchen Artikeln bestückt freigegeben werden müssen, um die Auftragsmengen optimal abzuarbeiten. Die Auftragsdaten können manuell eingegeben oder über eine Datenschnittstelle automatisch zum betriebseigenen PPS-System o.ä. übernommen werden.


Hardware-Systemvarianten

Unser Steuerungssystem basiert auf zwei grundlegenden Konzepten als Voraussetzung für die hohe Verfügbarkeit der Anlage: Aufgabenteilung und Redundanz. Diesen Prinzipien gemäß erfolgt die Auslegung der Steuerungshardware und -software.
Die Verteilung der Steuerungsaufgaben auf mehrere Hardware-Systemkomponenten erhöht die Verfügbarkeit der Anlage gegenüber einem monolithischen System. Jede auch noch so ausgereifte Steuerung unterliegt einem Prozess der ständigen Verbesserung oder wird in einer kontinuierlichen Anpassung an die Kundenanforderungen besonders in der Anlaufphase häufig modifiziert. Die Aufteilung der Steuerungsaufgaben auf mehrere Komponenten ermöglicht Teilabschaltungen, partielle Updates und den Austausch von Systemkomponenten, ohne die gesamte Anlage stillsetzen zu müssen. So werden Anlagendaten  erhalten und aufwändige, komplette Neustarts vermieden. Die nicht gänzlich zu umgehenden Produktionsunterbrechungen reduzieren sich auf ein Minimum.

Die redundante Ausführung in Form von mehrfach im System vorhandener identischer Hardware ermöglicht die Umverteilung der Aufgaben durch Softwareumschaltung im laufenden Betrieb. So kann in allen Fällen der Betrieb zu nahezu 100% aufrechterhalten werden. Für extreme Störfälle sind weitere Sicherheitsmaßnahmen eingebaut wie z.B. die Ausstattung von Transporteinrichtungen und sonstiger Peripherie mit autarken Steuerungseinheiten. Selbst bei einem Komplettausfall der Steuerung können so Not- und Rettungsaktionen ausgeführt werden.

 

Minimalsystem

 

Das Minimalsystem besteht aus zwei Rechnern (Server- und Peripherierechner). Auf den Peripherierechner sind grundlegende Mess-, Steuer- und Regelungsaufgaben, selbstständig laufende Regelkreise, Fahrantriebssteuerung, Positionierung, Lageregelung usw. ausgelagert. Der Serverrechner beinhaltet die komplette Mensch-Maschine-Schnittstelle, Auftrags- und Artikelverwaltung sowie die Prozess- und Fahrablaufsteuerung. Hier regelt ein relationales Datenbanksystem die zentrale Datenhaltung, aus dem alle weiteren Rechner im System mit Daten versorgt werden. Sämtliche Bedienaufgaben erfolgen bei einem Minimalsystem über den Serverrechner.

 

Standardsystem

 

Das Standardsystem ist ein aus drei Rechnern bestehendes System: Server-, Peripherierechner und ein zusätzlicher Clientrechner. Das Minimalsystem wird somit durch einen weiteren Rechner ergänzt. Dieser Clientrechner funktioniert im Normalbetrieb wie ein vollgrafisches Terminal zur Dateneinsicht und Anlagenbedienung mit denselben Funktionen und Zugriffsmöglichkeiten wie der Serverrechner. Damit bleibt der Serverrechner von Bedienaufgaben verschont und kann zusammen mit dem Peripherierechner an einem sicheren Ort ohne Bedienerzugriff aufgestellt werden. Der Kern des Systems ist somit geschützt. Soft- und Hardware des Clientrechners sind identisch zu denen des Serverrechners. Alle Daten des Servers sind gespiegelt auch auf dem Client vorhanden und können von dort jederzeit restauriert werden, falls Datenverluste aufgetreten sind. Im Störungsfall, wenn der Server-PC bzw. der Peripherierechner ausfallen sollte, wird einer der bisherigen Clients einfach zum Server- bzw. Peripherierechner umkonfiguriert. Dies schafft Redundanz und Ausfallsicherheit. Die Umkonfiguration und der Neustart des umkonfigurierten Rechners erfolgen automatisch durch ein internes Überwachungsprogramm, sobald der Ausfall erkannt wurde. Einfacher geht es nicht.

 

Komfortsystem

 

Dieses System besteht aus mehreren Rechnern: Server- und Peripherierechner mit beliebig vielen Client-PCs. Diese können in beliebiger Anzahl dem System hinzugefügt werden. So erhalten Be- und Entladestationen, Prüfplätze, Pumpenstationen oder Abwasseranlagen nach Bedarf eigene Bedienplätze. Jeder Client kann – wie im Standardsystem – im Störungsfall die Aufgaben des Servers übernehmen. Auch hier enthalten alle Clientrechner die Datenspiegelung der Serverdaten. Die Ausstattung mit Client-PCs erfolgt nach Belieben; eine Aufrüstung kann jederzeit nachträglich realisiert werden. Alle Rechner im System sind an die zentrale, vom Server verwaltete relationale Datenbank angeschlossen. Damit stehen auf jedem nachträglich angeschlossenen Client alle Anlagendaten sofort und ohne weitere Maßnahmen zur Verfügung. Die automatische Umverteilung der Systemaufgaben auf die vorhandenen Rechner bei Ausfall eines Rechners ist natürlich auch hier integriert.

 

Kombisystem

 

Die Ein-Rechner-Lösung ist die kleinste und damit kostengünstigste Variante des Rechnersystems. Alle Steuerungsaufgaben werden hier von einem einzigen PC übernommen.
Dies betrifft nur die verwendete Hardware; die modulare Aufteilung der Software ist dieselbe wie bei großen Systemen. Diese Konfiguration wird bei Klein- und Kleinstanlagen oder Einzelmaschinensteuerungen eingesetzt. Bei der Steuerung von Einzelmaschinen, oft verbunden mit einer kompakten PC-Bauform, stellt diese Konfiguration ein „Embedded“- System dar, z.B. als Alternative zu einer autarken SPS-Steuerung, mit dem Vorteil größerer Flexibilität, einer wesentlich ausgefeilteren grafischen Benutzeroberfläche, wesentlich größerer Änderungsfreundlichkeit und geringerer Kosten. Der Weg zum Ausbau der Kombilösung zu einem größeren System steht dabei stets offen.